Schützenverein Helmern

Vereinsgeschichte


Der Schützenverein Helmern wurde 1922 gegründet. Am 9. und 10. Juni 1922 wurde zum ersten Mal Schützenfest gefeiert, da die Kriegerfeste durch Ministererlass verboten wurden. So kam es damals auch zur Auflösung das 1895 gegründeten Kriegervereines und gleichzeitig zu einer Neugründung unter dem Namen „Schützenverein Helmern“. Die Fahne des aufgelösten Kriegervereins ging mit dem Gründungsakt selbstverständlich in den Eigentum des Schützenvereins über.

 

Schon ein Jahr später, im Jahre 1923, wurde nicht gefeiert, weil die galoppierende Inflation keinen geordneten Festablauf zuließ. Die dann folgenden Schützenfeste, von 1924 bis einschließlich 1927, wurden wieder in einem Lakenzelt gefeiert. Ab 1928 stand für die Festlichkeiten dann die neu erbaute Schützenhalle zur Verfügung. Im Jahre 1932 aber fiel das Schützenfest erneut den schwierigen Verhältnissen zum Opfer. Es handelt sich dabei um die berüchtigte Weltwirtschaftskrise. Im letzte Schützenfest vor dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1939, war der Schützenverein gezwungen, wieder ein Lakenzelt zu leihen, da im Frühjahr desselben Jahres die Schützenhalle, von der zuständigen Bewirtschaftungsbehörde, für die Lagerung von Getreide beschlagnahmt wurde. In der Zeit das Krieges (1939 – 1945) ruhte jegliches Vereinsleben. Aber auch nach Beendigung des Krieges, war zunächst noch allen Vereine durch Verordnung der Alliierten Militärverwaltungen jedwede Tätigkeit untersagt. Das galt insbesondere für Krieger- und Schützenvereine. Endlich, nach einer Pause von neun Jahren, konnte dann am 25. und 26. Juli 1948 das erst Schützenfest nach dem Krieg unter großer Beteiligung der Bewohner gefeiert werden.

 

Ein besonderes Ereignis für den Schützenverein Helmern war die feierliche Enthüllung der neuen Schützenfahne am zweiten Pfingsttag im Jahre 1950.

 

Das alles überragende Ereignis in der Geschichte des Schützenvereins Helmern war die Austragung des 14. Kreisschützenfestes im Jahre 1971. Josef Diermann, König des Jahres 1970, hatte beim Kreisschützenfest in Scharmede die Königswürde errungen. Er und seine Frau Ingeborg, als Königin, standen damit im Mittelpunkt des 14. Kreisschützenfestes hier in Helmern. Doch bevor dies geschehen konnte, musste in Helmern noch viel Hand angelegt werden. Bis in dem August 1971 hinein war in Helmern sehr reger Baubetrieb, denn das ganze Straßennetz musste instand gesetzt bzw. erneuert werden. Aber nicht nur im öffentlichen, sondern auch im privaten Bereich legten die Bewohner in einem ungeahnten Ausmaß Hand an, um ihr Dorf zu verschönern. Eine Vielzahl von Gebäuden wurde instand gesetzt und Fassaden wurden im großen Umfang restauriert. Vorgärten wurden angelegt und in reichlicher Zahl Bäume angepflanzt. Aber die Mühen hatten sich gelohnt, denn im Spätsommer 1971 war Helmern beinahe nicht mehr wieder zu erkennen. Dem zielstrebigen gemeinsamen Handeln von Rat und Verwaltung, sowie dem Fleiß der gesamten Einwohnerschaft war es zu verdanken, dass das zuvor rein landwirtschaftlich strukturierte Dorf Helmern sich in kurzer Zeit zu einer modernen Wohngemeinde gewandelt hatte. Bei strahlendem Sonnenschein konnte dann am Sonntag, dem 5. September das große Fest des Kreisschützenbundes stattfinden. Am großen Festmarsch durch das Dorf nahmen an diesem Tage 50 Schützenvereine mit insgesamt 3300 Schützen teil. Des Weiteren waren 40 Musikkapellen bzw. Spielmannszüge vertreten. Etwa 30000 Gäste waren an diesem Tage gekommen um dem glanzvollen Ereignis beizuwohnen.

 

Aber es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass Helmern Ausrichter eines Kreisschützenfestes ist. Beim Kreiskönigsschießen 2005 in Hörste bewies Hermann Kaup, Tambourmajor im Tambourkorps Helmern, seine Treffsicherheit und holte mit dem 176. Schuss den Vogel von der Stange und somit das 49. Kreisschützenfest 2006 nach Helmern. Ganz Helmern und besonders das Kreiskönigspaar Hermann und Gabriele Kaup freuten sich auf dieses Fest. Es stand unter dem Motto „Du und ich MITTENDRIN“. Bei den Vorbereitungen und auch bei der Durchführung des Festes hat sich gezeigt, dass die Dorfgemeinschaft in Helmern stark und in Takt ist, denn nur die vielen Helfer machten es möglich, ein solches Fest entstehen zu lassen. Und obwohl Petrus uns nicht immer wohl gesonnen war, konnte vom 02. bis 04. September ein berauschendes Kreisschützenfest gefeiert werden. 
  
Im Jahr 2015 blickt der Ort Helmern auf eine 1000-jährige Geschichte zurück. Dieses Jubiläum hat der Schützenverein Helmern zum Anlass genommen, sich den langgehegten Wunsch einer neuen Vereinsfahne zu erfüllen. Die im Jahre 1950 angefertigte bisherige Vereinsfahne hat ihre Dienste geleistet und fand nun einen Platz im extra angefertigten Schaukasten in der Schützenhalle. Der auf der "alten" Fahne befindliche, nicht ganz alltägliche Wahlspruch „Stark und Standhaft, mutig und frei, der Heimat und unserem Gotte getreu“ wurde selbstverständlich übernommen, steht er doch nach wie vor für die Attribute die die Helmerner Bevölkerung und Mitglieder des Schützenvereins von jeher auszeichnen. Dieser denkwürdige Augenblick einer Fahnenweihe in der Geschichte eines Schützenvereins musste natürlich gebührend im Rahmen einer heiligen Messe und mit einem Kaiserschießen gefeiert werden. Erster Helmerner Kaiser wurde Frédéric Knoche.

 

 

Wissenswertes in Kurzform

 

Früher lebten die Menschen in bescheideneren Verhältnissen. Aus diesem Grund war es bis 1958 üblich, dass ein verheirateter Schützenkönig nicht seine eigene Frau zu Mitregentin erwählte, sondern in der Regel die Frau eines guten Bekannten, nach dem Motto, geteilte Kosten sind halbe Kosten.

 

Bis zum Beginn der 50er Jahre wurde der Zapfenstreichabend als Herrenabend gefeiert. Als dann die zu Besuch weilenden gebürtigen Helmerner in zunehmendem Maße mit ihren Ehefrauen bzw. mit ihren Partnerinnen, gemeinsam den Abend besuchten, folgten bald auch die einheimischen Damen diesem Beispiel.

 

Seit Mitte der 50er Jahre nimmt alljährlich ein Ehrenzug des Schützenvereins als Eskorte für das Allerheiligste an der Fronleichnamsprozession teil. Selbstverständlich gehört auch der amtierende König dem Ehrenzug an.

 

Bis zum Jahre 1962 trugen die Schützenmitglieder zwar Vereinsmützen, Uniformen waren zuvor allerdings noch nicht vorhanden. Die Schützen gingen daher in einem normalen Anzug zum den Festveranstaltungen. 

 

Bis Ende der 60er Jahre war es üblich, dass die kommandierenden Offiziere mitsamt ihren jeweiligen Adjutanten den Festmarsch hoch zu Ross anführten. Als dann später, bedingt durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft, die Zahl der Pferde immer weniger wurde, musste zum allgemeinen Bedauern auf diesen Brauch verzichtet werden.

 

Es ist inzwischen zur Gewohnheit geworden, dass am Abend des Pfingstsonntags, im Zusammenwirken zwischen dem Musikverein Helmern und dem Spielmannszug Helmern, der feierliche Zapfenstreich gespielt wird. Das war nicht immer so. denn erstmals geschah dieses im Jahre 1984.

 

Aufgrund des ständig zunehmenden Besucherstroms, reichten die Räumlichkeiten der Schützenhalle bald nicht mehr aus. Im Thekenbereich und im Zugangsbereich der Restauration und der Toiletten herrschte häufig Enge. Daher wurde vom Herbst 1992 bis zum Frühjahr 1993 die Schützenhalle um acht Meter in Längsrichtung erweitert. Etwa hundert Mitglieder haben hierfür insgesamt 6.000 Arbeitsstunden unentgeltlich eingebracht.

 

Am 1. Juni 1995, dem Donnerstag vor Pfingsten, kam es vor der Schützenhalle zu einem spektakulären Zwischenfall. Der Wagen eines Schaustellers war zurückgerollt und dabei mit voller Wucht auf den Eingangsbereich der Halle geprallt, mit der Folge, dass die Türanlage zerstört wurde und der tragende Wandpfeilerzwischen Tür und Fenster teilweise einstürzte. Das bevorstehende Schützenfest schien gefährdet, da weitere Teile einzustürzen drohten. Doch dank dem spontanen Einsatz einer Schar freiwilliger Helfer konnte der Schaden gottlob innerhalb von 48 Stunden behoben werden. Das Schützenfest 1995 war damit gerettet.

 

Das zuletzt 1980 mit Welleternit eingedeckte Dach der Schützenhalle wurde 2006 saniert. Eine neue Dachkonstruktion und neue Tondachziegel schmücken seit dem die Halle.
 
Im Herbst 2008 wurde der Gesellschaftsraum der Schützenhalle renoviert. Die vielen Helfer haben insgesamt über 1000 Arbeitsstunden geleistet, um den Raum, völlig modernisiert, in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Besonders zu erwähnen ist, dass auch eine Anzahl von Gemeindemitgliedern geholfen hat, die nicht Mitglied im Schützenverein sind. Dies zeigt, dass Helmern eine intakte Dorfgemeinschaft hat.

 
2016 werden die renovierungsbedürftigen WC-Anlagen im Keller der Schützenhalle komplett erneuert.